Um ungestörter das Ideal der „deutschen Volksgemeinschaft“ zu verwirklichen gibt es unter Rechten eine Tendenz, auf’s Land zu ziehen. Vor allem strukturschwache Gebiete mit wenig zivilem Engagement in naturnaher Abgeschiedenheit scheinen Grundlage für rechtsextreme Gruppierungen zur Verbreitung ihrer Ideologien zu bieten. In den vergangenen Jahrzehnten haben gut vernetzte Strukturen aus organisierten NPD Parteimitgliedern, völkischen Siedler*innen, Kameradschaften, sowie rechtsgerichteten Esoteriker*innen immer mehr ländliche Räume besetzt. Auch in der nahen Umgebung von Witzenhausen treten diese Strukturen gewalttätig zutage, wie ein Angriff auf Journalisten im April dieses Jahres in Fretterode zeigt. Doch wie mit rechter Gesinnung umgehen, wenn besonders in dörflichen und landwirtschaftlichen Strukturen das soziale Zusammenleben eng verzahnt ist?